Nichtinvasive Bürstenbiopsie als innovative Methode in der Früherkennung des Mundhöhlenkarzinoms

Abstract

Ziel dieser Arbeit war es, die Treffsicherheit der nichtinvasiven Bürstenbiopsie einschließlich DNA-Bildzytometrie in der Routinediagnostik zu bestimmen. In unserer Untersuchung wurden prospektiv 1328 Mundschleimhautabstriche von 205 Patienten mit insgesamt 92 histologisch gesicherten Plattenepithelkarzinomen und 240 benignen Mundschleimhautläsionen zytologisch begutachtet und anschließend mithilfe der DNA-Bildzytometrie geprüft. Dabei wurden 47 Patienten mehrfach aufgrund rezidivierender Läsionen untersucht, 80 Patienten wiesen multiple Veränderungen der Mundhöhle auf. Die zytologische Begutachtung der Präparate erzielte eine Sensitivität von 91,3% und eine Spezifität von 95,1%. Die nachfolgenden DNA-Messungen aller Präparate erreichten eine Sensitivität von 95,5% und eine Spezifität von 100%. Durch die kombinierte Auswertung der Zytologie und der DNA-Bildzytometrie konnte eine Steigerung der diagnostischen Treffsicherheit erreicht werden; die Sensitivität betrug dann 97,8% bei einer Spezifität von 100%. Der positive Vorhersagewert lag bei 100% und der negative Vorhersagewert erreichte 98,1%. Die Anwendung der DNA-Bildzytometrie mit DNA-Aneuploidie als Marker für neoplastische Transformation in Mundschleimhautabstrichen sicherte die zytologische Diagnose von Mundkrebs. Zudem ermöglicht sie, die Dignität von morphologisch zweifelhaften Epithelveränderungen wie Dysplasien oder regenerativen Epithelien zu klären, indem sie die obligaten Präkanzerosen und die voraussichtlich bösartig verlaufenden Läsionen erkennt und eine frühzeitige effektive Therapie zulässt. Der Nachweis von DNA-Aneuploidie stellt somit die Indikation zur vollständigen chirurgischen Entfernung der Läsion mit histologischer Nachuntersuchung dar. Die DNA-Bildzytometrie als adjuvantes zytopathologisches Verfahren ist in der Lage, sowohl die Sensitivität als auch die Spezifität der nichtinvasiven Bürstenbiopsie der Mundschleimhaut zu erhöhen und die Rate von zytologisch falschnegativen und falschpositiven Diagnosen zu senken. The aim of this prospective study was to investigate the diagnostic accuracy of DNA image cytometry in combination with non-invasive brush biopsies taken from suspicious oral lesions. Cytological diagnoses obtained from 1328 exfoliative smears of 332 different lesions were compared with histology and/or clinical follow-ups of the respective patients. Additionally, nuclear DNA contents were measured after Feulgen restaining using a TV image analysis system. DNA aneuploidy was assumed if abnormal DNA stemlines or cells with DNA content greater than 9c were observed. The sensitivity of our cytological diagnosis in addition to DNA image cytometry on oral smears for the detection of cancer cells was 97.8%, specificity 100%, positive predictive value 100%, and negative predictive value 98.1%. The application of DNA image cytometry with DNA aneuploidy as a marker for neoplastic transformation in oral smears secures cytologic diagnosis of carcinomas. Smears from brushings of all visible oral lesions are an easily practicable, cheap, noninvasive, painless, and safe screening method for detection of oral precancerous lesions and squamous cell carcinoma in all stages. We conclude that DNA image cytometry is a very sensitive and highly specific, objective, and reproducible adjuvant tool for identification of neoplastic cells in oral smears.

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